Geschichte Gratkorns
EXKURS: FRCHE seENUEL®EseEL!eENFE Die allgemeine Schulpflicht und eine staatlich beeinfluBte Bil- dungspolitik existieren in der Steiermark seit Einfuhrung des Schulzwanges im Jahre 1781 und dem Inkrafttreten der Schulverfassung von 1806. Vom Mittelalter bis zum Inkrafttreten des Reichsvolksschulgesetzes von 1869 lag das Schulwesen in erster Linie in den Handen der Kirche,1869 ging dieser Aufga- urn die Bildungseinrichtungen gektimmert haben. Es scheint so, als hatten vorerst Geistliche, meistens aber die Mesner, den Unterricht in der Pfarrschule versehen. Erstmals wird mit Ignatz WeiB ein "Ludimagister" in St. Stefan ge- nannt. Er versah seinen Dienst zur vollen Zufriedenheit. Am 3. Februar 1773 meldet damn Pfar- rer Chrysostomus Hinteregger, gemeinsam, eine zweiklassige Grundschule zu absolvieren hat- ten.3 In der Theorie handelte es sich hierbei urn durchaus beachtens- werte Bestrebungen des Staates, jedem Untertan, gemaB den Idea- len der Aufklarung, eine elemen- tare Schulbildung angedeihen zu lassen. Doch auf dem Land sah die Realitat anders aus. Die eben zitierte Stellungnahme des Pfar- Albert Anker: Zustande in einer steirischen Dorfschule urn die Mitte des 19. Jahrhunderts. (Nach F. Posch,1988.) benbereich an den Staat tiber. Uber die Anfange des Unter- richtswesens in St. Stefan, die in jedem Falle von der Kirche aus- gingen, geben uns die Quellen keinen AufschluB. Als erster Lehrer an der Pfarrschule St. Ste- fan kann in einem Ubergabs- inventar aus dem Jahre 1598 Eli- as Winter nachgewiesen wer- den.1 Uber die Qualitat des Un- terrichts zu dieser Zeit schwei- gen die Quellen, doch dtirften sich die in Bildungssachen erfah- renen Reiner Zisterzienser, die seit 1607 fur die Pfarre Gratkom zustandig waren, stets sorgsam die Anstellung eines Schulmeisters ware nicht erfor- derlich, weil der Pfarrschul- meister selbst alle Kinder der Pfarre unterrichten k6nne.2 Eine Schulordnung ftir die Volksschulen (Trivialschulen) wurde von Kaiserin Maria The- resia bereits 1774 erlassen.1777 erschien damn der "Kern des Methodenbuches, besonders fur den Landschulmeister in den kai- serlich-k6niglichen Staaten". Demnach hatten Kinder nit Er- reichung ihres sechsten Lebens- jahres die Schule zu besuchen, in der sie, Madchen und Buben rers Chrysos-tomus Hinteregger, der Pfarrschulmeister k6nne leicht alle Kinder alleine unterrichten, kann auch so intexpretiert werden, daB nur wenige Kinder die Schule besuchten. Nach dem Schulstandesausweis von 18054 gingen nam- lich lediglich 19 Kinder aus St. Stefan, Schattlei- ten und Eggenfeld zur Pfarrschule. Viele Bauem konnten oder wollten nicht auf die Arbeitskraft ihrer Kinder verzichten. Der Unterricht bestand, folgt man dem Methoden- buch von 1777, in erster Linie aus dem Religions- unterricht und dem Er- werb grundlegender Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens. Das Schuljahr glie- derte sich in die Sommer- und Winterschule, wobei die Sommerschule auf dem Lande von Ostem an vier Monate dau- erte, die Winterschule vom 1. Dezember bis Ende Mirz. Wah- rend der Emtezeit ruhte der Un- terricht fur drei Wochen, damit die Kinder beim Einbringen der Ernte helfen konnten. Unterri¢h- tet wurde vormittags und nach- mittags mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Oft rein theore- tisch blieb die Forderung, daB
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